5 Tipps für den Dreh mit Kindern & Tieren

Schwierigste Bedingungen und 5 Tipps, wie man sie bändigt

Lesedauer: 2min

 Nicht immer macht das Pferd das, was man in dem Take von ihm möchte. Platz für Improvisation ist gefragt.  Screenshot aus "Crooked Iron", Kurzfilm 2018

Nicht immer macht das Pferd das, was man in dem Take von ihm möchte. Platz für Improvisation ist gefragt.
Screenshot aus "Crooked Iron", Kurzfilm 2018

 Peanut, die Dogge, war ein Naturtalent.  Screenshot aus "Du willst es doch auch" Sternauto // Prod.: twoSYDE media GmbH

Peanut, die Dogge, war ein Naturtalent.
Screenshot aus "Du willst es doch auch" Sternauto // Prod.: twoSYDE media GmbH

Der Albtraum einer jeden Filmproduktion beginnt dann, wenn Kinderrollen oder Tiere in den Drehbüchern verzeichnet sind. Zwar sind deren Auftritte künstlerisch absolut gern gesehen, aber für das Produktionsteam nichts anderes als ein unberechenbares Element. Umso haarsträubender wird es, sobald beide Parteien in einer Szene auftauchen.
Neben diesem "Unberechenbarkeitsfaktor" kommen verkürzte, unflexible Drehzeiten hinzu. Natürlich hat ein Filmpferd oder ein Kind eine andere Aufmerksamkeitsspanne als ein ausgebildeter Schauspieler, der sich im schlimmsten Falle noch besänftigen lässt, wenn überzogen wird. Zusätzlich schränken uns Arbeitszeitgesetze zum Wohl der Kinder ein. Und - seien wir ehrlich - diese Paragraphen braucht es unbedingt, um uns arbeitswütigen Filmemachern Grenzen zu setzen.

 

 Kommuniziere mit dem gesamten Team (Schauspieler, Motivgeber, Filmcrew, Tiertrainer, ...) das Ziel dieser Einstellung. Falls etwas nicht so klappt, wie ihr es euch vorgestellt hat, kann man gemeinsam nach einer Alternative suchen.  Behind the Scenes von "Crooked Iron", Kurzfilm 2018

Kommuniziere mit dem gesamten Team (Schauspieler, Motivgeber, Filmcrew, Tiertrainer, ...) das Ziel dieser Einstellung. Falls etwas nicht so klappt, wie ihr es euch vorgestellt hat, kann man gemeinsam nach einer Alternative suchen.
Behind the Scenes von "Crooked Iron", Kurzfilm 2018


Trotz alledem: Kopf hoch und durchatmen! 
In den folgenden 5 Punkten habe ich meine Erfahrungen zusammengefasst, um solche Situationen zu meistern:

  1. PRÄZISE VORBEREITUNG
    Das sollte eigentlich immer Grundvoraussetzung sein und damit umso mehr, wenn wir mit Kindern und Tieren vor der Kamera arbeiten. Ein klarer Drehplan mit einer durchdachten Disposition ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Danach folgt eine Produktionsbesprechung mit allen Departements, um das Filmteam und Schauspieler auf diese Situation zu sensibilisieren und vorzubereiten. Denn keine Dispo ist etwas wert, wenn sie nicht gelesen wird.

  2. REALISTISCHE ZIELE
    Weniger ist mehr. Und Zeit ist Geld. Ein hohes Pensum ist oft Schuld am Ausbruch von Chaos am Set - das ist das Letzte, was man beim Dreh mit Tieren und Kindern gebrauchen kann. Hier ist es wichtig, sich genau anzuschauen, was gedreht werden soll und wie die Auflösung gedacht ist. Können Einstellungen gestrichen / kombiniert werden? Ist die Szene aufwändig und, wenn ja, dann wie viel Zeit können wir verschaffen?

  3. MIT ZEITPUFFERN ARBEITEN
    Ein gutes Produktionsteam sollte immer einen Ass im Ärmel haben: Während Regie und Kamera langsam schwitzen, sollten, sofern Uhrzeiten auf der Dispo stehen, diese nur der Orientierung dienen. In diesem Falle besitzen Regieassistenz und Set-AL die richtigen Werte und können noch etwas jonglieren, wenn es an der einen Stelle zu knapp wird und an anderer glatter läuft.

  4. RUHE AM SET
    Volle Konzentration ist unter diesen Umständen gefragt. Kinder lassen sich leicht ablenken und können beim Herumalbern aus der Rolle fallen. Wenn sie allerdings lockerer werden sollen, dann muss in erster Linie die Regie-Abteilung diese Interaktion fördern, alle anderen halten sich dabei zunächst zurück.
    Tiere verstehen schon gar nicht erst unsere Worte- hier fängt eine ruhige und sichere Konversation bereits mit der Körpersprache an. Crew-Mitglieder, die Angst haben, sollten sich im Hintergrund halten. Der Tiertrainer hat das erste und letzte Wort, ihm sollte bei der Zusammenarbeit konstant Vertrauen entgegengebracht werden.

  5. MITREISSEN LASSEN
    Einfach einmal eine Minute nehmen und die Szenerie genießen. Diese Art von Dreh ist nervenaufreibend, aber - wie ich schon am Anfang erwähnte - künstlerisch gesehen ein absolutes Muss.

 Kindern fällt es oft leichter, sich vor der Kamera wohl zufühlen. Alles ist aufregend und neu - also mit anpacken lassen und ihr Selbstvertrauen stärken!  Tinker Toys Sponsorenfilm // Prod.: Picmention GmbH 2017

Kindern fällt es oft leichter, sich vor der Kamera wohl zufühlen. Alles ist aufregend und neu - also mit anpacken lassen und ihr Selbstvertrauen stärken! Tinker Toys Sponsorenfilm // Prod.: Picmention GmbH 2017

Behind the Szenes Foto Crooked Iron Kurzfilm von Patricia Kaube & Axel Rothe, Foto: Alex DePew

Manche Dinge kann man nicht planen. Für diese Shots hätte die Sonne eigentlich hinter einer dicken Wolkendecke bleiben sollen.
Behind the Scenes Foto von "Crooked Iron", Kurzfilm 2018

 

Und vergesst niemals, gute Arbeit der Anderen zu Loben. Ob zwischendrin oder am Ende des Drehtages. Denn das, was ihr da leistet, sollte es wert sein.

Wer sich gegenseitig motiviert, kann Großes schaffen.